Verpasste Chancen: Warum die meisten Facebook Fanpages keinen Erfolg haben

Inzwischen hast du bestimmt (von mir) mitbekommen wie wirkungsvoll Facebook für UnternehmerInnen sein kann. Facebook funktioniert!

Es gibt bereits mehr als 2 Milliarden Menschen auf Facebook. Über 1 Milliarde sind täglich online. Das bedeutet aber nicht, dass der Erfolg auf Facebook jetzt einfacher erreichbar ist. Ganz im Gegenteil. Der Lärm und die Konkurrenz macht es einem schwer sich durchzusetzen.

Während die meisten Marken auf Facebook sind, weil sie wissen, dass sie es müssen, verstehen es nur sehr wenige das Potential auszunutzen.

Was die meisten falsch machen

Wir könnten den ganzen Tag darüber reden, was Fanpages auf Facebook falsch machen. Aber wir vereinfachen das mal. Die meisten machen ein paar Hauptfehler…

1. Auf Fans fokussieren

Es ist nicht so, dass der Aufbau einer Fangemeinde falsch ist, sondern die Art und Weise in welcher die Marken es tun!

Sie konzentrieren sich auf ein schnelles Wachstum für den kleinen Preis anstatt auf Qualität. Und um diese Basis aufzubauen, werden Wettbewerbe veranstaltet und nicht zielgerichtete Beiträge gepostet, für Personen die wahrscheinlich sowieso nie kaufen werden.

2. Eine hohe Reichweite

Zuerst will man so viele Fans für so wenig Geld wie möglich. Danach wird der Erfolg gemessen, indem man sich auf die Reichweite konzentriert.
Das erste Problem ist, dass man sich sehr oft, nicht in erster Linie auf die Qualität der Fangemeinde konzentriert. Das macht auch die Reichweite zu einem nicht aussagekräftigen Wert.
Das zweite Problem ist, dass die Reichweite an und für sich, nicht die wertvolle Metrik ist. Es sind die wichtigen Aktionen, die im Anschluss folgen.

Versteh mich nicht falsch. Ohne Reichweite geht es nicht, aber dein Erfolg darf nicht darauf basieren.

3. Mehr Interaktion

Nun hast du eine Fangemeinde mit Personen aufgebaut, die gar nicht wirklich an dir interessiert ist. Dann konzentrierst du dich auf die Reichweite. Danach wird die Interaktion forciert. Die meisten Fanpages kommen schließlich zur Erkenntnis, dass die Reichweite nicht viel aussagt. Man will Interaktion! Denn diese positiven Bewertungen, Kommentare, Shares und andere Klicks, sagen aus wie viele Menschen die Marke lieben.
Jetzt beginnen sie viele Fotos zu teilen. Vielleicht Witze. Vielleicht Videos. Der klare Fokus liegt auf Interaktion. Oft sind es Inhalte mit Unterhaltungswert, die wenig oder keinen Zusammenhang zum Business mehr haben.
Die einfache Interaktion kann uns nicht viel sagen. Außerdem kann man in Interaktion nicht investieren. Man kann nichts Langfristiges aufbauen durch Likes, Shares und andere Klicks.

4. Der harte Verkauf

Die ersten 3 Fehler: nicht an den Verkauf zu denken. Dann gibt es noch das andere Extrem auf Facebook. Diese Seiten interessiert nur das, was unterm Strich steht.

Sie verkaufen und verkaufen. Und sie verkaufen noch mehr. Alles, was sie tun, ist Verkauf, und der Erfolg wird an den Verkäufen festgemacht. Natürlich hassen die Menschen (vor allem Facebook-Nutzer) diesen Verkauf – vor allem, wenn er ihnen immer wieder vor der Nase tanzt. Und wenn man an die falschen Leute verkauft (was diese Marken fast immer tun), kann man nicht viel Erfolg erwarten.

Was sollte man stattdessen tun

Wir schauen uns das jetzt erstmal ganz generell an, bevor wir uns die eigentlichen Schritte ansehen.

Du solltest ein Publikum von Menschen aufbauen, die wirklich an dir interessiert sind.

Du solltest sehr viele hilfreiche Inhalte erstellen. Du solltest in die eigene Website investieren und die Menschen dorthin führen. Du solltest den Website-Traffic aufbauen, so dass er beim Aufbau der Facebook-Fangemeinde hilft durch mehr Besucher, mehr Fans und mehr Umsatz.

Bist du jetzt verwirrt? Dann lass uns die Schritte einmal durchgehen …

Schritt 1: Investiere in die eigene Webseite

Mir ist klar, dass wir über Facebook reden, aber dieser Schritt ist ein absolutes Muss. Er hat die höchste Priorität. Du besitzt eine Webseite und sie sollte ein zentraler Bestandteil deines Facebook Erfolges sein.
Bevor du etwas auf Facebook unternimmst, richte deine Webseite ein. Branding ist wichtig. Gestalte die Webseite. Finde deine eigene Stimme. Sortiere deine Ressourcen richtig, um Inhalte zu schaffen.

Und das bringt uns zum nächsten Schritt…

Schritt 2: Erstelle viele hilfreiche Inhalte

Nein, ich spreche nicht über Inhalte wie „Unsere Produkte sind fantastisch, weil…“. Ich spreche über wirklich interessante, hilfreiche Inhalte, die für deine potenziellen Kunden tatsächlich einen Mehrwert bieten. Habe immer deine Zielgruppe im Auge!

Erstelle eine Liste mit Fragen aus deiner Nische, von deinen Kunden oder den Problemen die du oder dein Produkt lösen. Diese Fragen sind die Grundlage für deine Blog-Posts. Die am häufigsten gestellten Fragen sind die Titel deiner Blog-Posts. Die überwiegende Mehrheit dieser Blog-Posts wird nichts zu tun haben mit deinem Produkt!

Schritt 3: Teile deine Inhalte

Inhalte alleine reichen nicht! Du kannst dir noch so viel Mühe mit den Inhalten geben, wenn sie keiner liest!
Teile den Inhalt auf deiner Facebook -Seite. Selbst wenn du nur sehr wenige Fans hast – oder nur sehr wenige Fans die sich um dich kümmern – teile trotzdem deinen Inhalt.
Natürlich musst du den Beitrag interessant gestalten. Starte ein Gespräch und bringe die Fans zur Interaktion damit du noch mehr Reichweite für den Beitrag erhältst. Du willst sie zum klicken und lesen bringen! Teile es nicht nur auf Facebook, obwohl das natürlich hier unser Fokus ist. Ich nehme an, du hast einen Newsletter? Teile den Beitrag auch dort!

Schritt 4: Bewerbe den Inhalt

Was wir nun tun wollen, ist den Inhalt einem breiteren Publikum zu zeigen. Das machen wir beispielsweise über bezahlte Werbung. Vor allem mit Facebook Werbung kann man Menschen erreichen, denen man mit dem Blog-Beitrag helfen kann.
Du investierst ein bisschen Geld, um den Inhalt mit deinen Fans zu teilen. Das wird dir jedoch nicht viel bringen, wenn du noch eine sehr kleine Fangemeinde hast.
Investiere ein bisschen mehr Geld, um eine Lookalike Audience zu erreichen oder nach Interessen zu filtern. Verwende Audience Insights für die Recherche nach den passenden Interessen. Gute Interessen sind Konkurrenten/Mitbewerber, unbekannte Prominente, Fach-Magazine, Webseiten usw. Schlechte Interessen sind generische Begriffe (wie Hund, Ernährung…), Veranstaltungen, bekannte öffentliche Personen usw.
Langfristig solltest du vom Interessen-Targeting weggehen. Aber wir müssen irgendwo anfangen, um die ersten Menschen zu erreichen. Der nächste Schritt wird dann richtig spannend!

Schritt 5: Eine Custom Audience aus Webseitenbesuchern

Jetzt, nachdem du Webseitenbesuche erzeugst, ist es notwendig eine benutzerdefinierte Custom Audience aus Webseitenbesuchern zu erstellen. Eigentlich solltest du das schon bei der Webseitenerstellung getan haben. Relevant wird es jedoch erst, wenn du messbare Besucherströme bekommst (mind. 50 pro Woche).

Während wir im 4. Schritt die Anzeige an Personen mit einem bestimmten Interesse ausgespielt haben, wurde nur von denen geklickt, die auch ein echtes Interesse an unserem Thema haben. Und hier ist der Knackpunkt! Jetzt müssen wir sicherstellen, dass wir genau diese Menschen erfassen und über Remarketing wieder erreichen!

Dafür musst du eine Custom Audience anlegen (Anleitung).

Wenn du mehr Webseitenbesucher generierst, wird auch die Custom Audience automatisch wachsen. Und sobald diese wächst, kannst du mehr Geld für diese Zielgruppe ausgeben, anstatt für eine Interessen-Zielgruppe. So kann zwar dein Klick-Preis der Anzeigen steigen, jedoch targetierst du die RICHTIGEN Menschen und stellst Qualität vor Quantität.

Schritt 6: Neue echte Fans

Ich habe oben schon bei den Fehlern erwähnt, dass es keinen Sinn macht sich nur auf Fanzahlen zu konzentrieren. Entscheidend ist dabei jedoch, dass du die richtigen Fans bekommst.
Du hast jetzt Webseitenbesucher und daraus eine Custom Audience eingerichtet. Setze diese Custom Audience sinnvoll ein. Schalte gezielte Anzeigen an deine Webseitenbesucher und baue deine Fangemeinde auf. Die Fangemeinde wächst durch Webseitenbesucher, mit denen du weiterhin kontinuierlich deine neuen Blog-Posts kostenlos teilst. So bekommst du zusätzlich zu den Anzeigen auch Besucher, die organisch auf deine Seite gehen und dich und deine Themen besser kennenlernen.

Schritt 7: Eine E-Mail-Liste aufbauen

Wir haben uns jetzt also auf die Steigerung der Webseitenbesucher konzentriert, durch das Teilen und Bewerben von hilfreichen Inhalten. Die benutzerdefinierte Custom Audience wird gefüttert. Du bekommst stetig neue und qualitativ hochwertige Fans. Das ist doch schon mal super!
Jetzt beginnen wir damit deine E-Mail-Liste aufzubauen. Es ist wichtig bis Schritt 7 abzuwarten, um dies zu tun, da es sehr teuer wäre, wenn du direkt E-Mail Adressen über Interessen generierst. Du hast eine Menge hilfreiche Inhalte erzeugt. Jetzt kannst du die Inhalte zusätzlich in ein E-Book verpacken. Es muss nicht ein E-Book sein, aber eine Art von „Freebie“, das du als Austausch für eine E-Mail-Adresse anbieten kannst, z.B. ein pdf, Video, Audio usw.
Teile dieses Freebie mit deinen Fans. Bewerbe es, z.B. bei deiner Custom Audience. Erstelle ein Pop-up auf deiner Website (zum Beispiel mit dem kostenlosen WordPress Plugin PopupAlly oder mein Favorit: Thrive Leads). Erstelle ein Opt-in-Widget auf deiner Website (auch mit Thrive Leads oder deinem E-Mail-Programm).

Schritt 8: Verkaufe

Jetzt kommen wir voran! Du erstellst sehr viele hilfreiche Inhalte, die deine Zielgruppe ansprechen. Du nutzt diese Inhalte, um Leute von Facebook auf deine Website zu lenken. Du verwendest Remarketing für diejenigen, die auf deiner Website waren um deine Fangemeinde, mehr Traffic und eine E-Mail-Liste aufzubauen.

Jetzt ist es Zeit zu verkaufen!

In deinem Newsletter, an deine Fans und Webseitenbesucher. Organisch und über Werbeanzeigen. Wenn dein Traffic wirklich hochwertig ist, kannst du noch weiter segmentieren und beispielsweise nur Besucher ansprechen, die auf einer bestimmten Unterseite waren.

Schritt 9: Starte wieder bei Schritt 2

Ich schreibe hier keine „ich mach das mal eben“ Anleitung. Es ist eine langfristige Strategie, die – wenn sie richtig durchgeführt wird – immer erfolgreich ist.

Entscheidend ist, dass du nicht auf den Verkauf hinarbeitest und dann aufhörst. Dieser Prozess ist kontinuierlich!
Erstelle mehr Inhalte. Teile die Inhalte. Bewerbe sie. Baue deine Fangemeinde auf. Füttere deine E-Mail-Liste. Verkaufe dein Produkt.

Je mehr Inhalte du erstellst, desto mehr Inhalte kannst du bewerben. Je mehr Inhalte du bewirbst, desto mehr Traffic kannst du aufbauen. Je mehr Traffic du aufbaust, desto mehr relevante Personen kannst du ansprechen, die gezielt mehr Inhalte lesen, sich in deine E-Mail-Liste eintragen und sogar dein Produkt zu kaufen.

Du bist dran
Zugegeben, das ist eine ziemlich vereinfachte Erklärung der Vorgehensweise. Wie du es anwendest, hängt von dir ab. Aber es funktioniert immer und immer wieder.

Im Grunde ist es nicht schwer, trotzdem nutzen nur wenige diese Vorgehensweise auch wenn sie es bei den erfolgreichen Seiten so sehen. Sie konzentrieren sich auf kleine Dinge, statt in die Zukunft ihres Business zu investieren.

Sicher… es geht auch ohne Werbung, aber der Grundsatz bleibt der gleiche. Nur wirst du ohne Werbung wesentlich länger brauchen, um voran zu kommen!

Was denkst du dazu? Macht diese Vorgehensweise für dich Sinn? Ich bin gespannt auf deinen Kommentar!

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10 Kommentare
  1. Petra says:

    Hallo Katrin, bin gerade auf deine Challenge und somit auf den Blog gestoßen.
    Ich bin gerade dabei ein Online Business aufzubauen meine Seite startet am 9.2.2017. Lohnt es da schon jetzt regelmäßig zu posten und auf den Launch aufmerksam zu machen?

    Antworten
    • Heike says:

      Liebe Petra,

      wenn dein Kurs am 09.02 startet lohnt es sich auf jeden Fall diesen jetzt schon anzuteasern.

      Liebe Grüße,
      Heike
      (Team Katrin Hill)

      Antworten
  2. Susanne Reufer says:

    Liebe Kathrin,

    herzlichen Dank für diese wertvolle Step-by-Step-Anleitung.
    Das klingt alles sehr schlüssig und praxisnah und steigert meine Lust, mich in Facebook einzuarbeiten.

    Viele Grüße
    Susanne

    Antworten
  3. Petra Colorano says:

    Super Beitrag, vielen Dank liebe Katrin. Ich finde deine Beschreibungen sehr praxisorientiert und sie machen Appetit auf die “ Facebook-Reise“ 😊

    Viele Grüsse
    Petra

    Antworten
  4. Marion Mahnke says:

    Liebe Kathrin,
    deine Beiträge haben für mich immer einen Mehrwert. Trotzdem: Sie sind mir oft zu hoch! Könntest du vielleicht mal wirklich einen Beitrag, ein Webinar oder ein Ebook für ABSOLUTE Anfänger machen? Ohne Fachchinesisch?

    Tut mir leid es sagen zu müssen und ich bin sicher, dass du schon versuchst es einfach zu erklären und vielleicht bin ich auch gar nicht deine Zielgruppe, weil ich noch so total am Anfang stehe – aber ehrlich gesagt: Ich habe bei dir immer das Gefühl als Studienanfänger in einen Master-Kurs zu geraten …

    Trotzdem nehme ich natürlich immer was mit und hoffe einfach, dass es ein bischen wie mit Fremdsprachen ist: Wenn man stetig mitliest versteht man irgendwann vielleicht was mit Custom Audience oder Leads oder sonstigen Begriffen gemeint ist ….
    Marion Mahnke kürzlich veröffentlicht…Inklusion ist eben nichts für jeden …My Profile

    Antworten
    • Katrin
      Katrin says:

      Danke für dein Feedback, liebe Marion.
      Dieser Beitrag ist in der Tat schon sehr spezifisch. Wenn du konkrete Fragen hast, kannst du das immer gerne in den Kommentaren tun 🙂
      Ich werde mich bemühen die Begriffe zukünftig besser zu erklären.

      Herzliche Grüße
      Katrin

      Antworten
  5. Helen Bucher says:

    hallo Kathrin
    ich bin ganz am Anfang meines Onlinebusiness. Habe grad erst vor 3 Wochen mein erster Facebookaccount eröffnet und alles von der Pike auf lernen müssen. Ich werde diese Strategie anwenden, denn einige Punkte habe ich mir schon so vorgestellt, aber nicht gewusst wie man es der Reihe nach machen soll. Mich würde überigens eine Unterweisung in Challenge Strategien interessieren, weil ich diesen Begriff am Dienstag im Webinar zum ersten mal gehört habe. Aber auch wie ich ganz leicht Videos machen kann um ein Details meiner Expertise jeweils zu erklären und als Blog sammeln kann, anstatt so viel zu schreiben. Schreibe schon Jahre lang lange Newsletter und möchte eher weniger schreiben.
    lieben Gruss
    Helen

    Antworten
    • Katrin
      Katrin says:

      Eine sehr schöne Idee Helen,
      ich überlege seit Dienstag, ob ich nicht eine kleine Challenge machen soll, die den Teilnehmern zeigt wie sie selbst eine Challenge machen 🙂
      Am einfachsten ist ein Live Video über Facebook. Das kann ich dir sehr empfehlen, weil die Reichweite sehr hoch ist und du so gut wie keine Arbeit damit hast!

      Liebe Grüße
      Katrin

      Antworten
  6. Kai Kuhlmann says:

    Hallo Katrin, das ergibt absolut sehr viel Sinn. Deine vorgestellte Strategie ist wertvoll und ich sehe, wo ich mich verbessern muss. Logischerweise habe ich sämtliche Fehler bereits gemacht…
    Zum Glück kann ich meinen Kurs korrigieren und in eine bessere Richtung bringen.
    Vielen Dank und herzliche Grüße
    Kai

    Antworten

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