Falsche Facebook Fans durch Werbeanzeigen verhindern bzw. die richtige Zielgruppe erreichen

In meiner Facebook Gruppe Kostenpflichtige Anzeigen auf Facebook schalten lese ich immer häufiger von Problemen mit den Werbeanzeigen und legal gekauften Fans, die nicht der eigentlichen Zielgruppe entsprechen. Viele dieser Fans haben ein Profil in arabischer Schrift, leben in Asien oder teilen lediglich SPAM in ihren Profilen. Dieses Problem scheint es schon länger zu geben. Es wird vermutet, dass es sich hier um Klick-Farmen handelt, die – um ihre illegalen Machenschaften zu verschleiern – auch auf normale Facebook Werbeanzeigen klicken.

Wenn du dich jetzt freust, dass du günstig viele neue Fans erhalten hast, muss ich dich enttäuschen. Viele Fans, die nicht interagieren werden, verkleinern deine Interaktionsrate und somit wirst du bei den ECHTEN Fans auch weniger angezeigt! Die Fake Fans helfen dir demnach nicht durch viele Gefällt mir Angaben, sondern sie schaden dir!

Hier kannst du die Liste aller Fans anzeigen lassen.

Warum solltest du also Facebook Werbeanzeigen schalten? Der große Vorteil der Werbeanzeigen ist die ultra-spezifische Zielgruppenbestimmung die wir vornehmen können. Richtig gemacht, kann eine Anzeige in kürzester Zeit viele potenzielle Kunden erreichen! Kathrin Luty sagte in einem Interview:

Um ehrlich zu sein – unser ganzer Erfolg basiert auf Facebook Werbung.

In nur einem Jahr hat sie ein erfolgreiches Business aufgebaut – mit Facebook Werbeanzeigen.

Hier also meine 5 Tipps um die richtigen Fans zu erreichen!

1. Remarketing einsetzen

Du kennst das vielleicht. Du suchst ein Produkt auf Amazon und schon folgt es dir auf Facebook. Überall siehst du das Produkt und kaufst es schließlich dann doch… Das nennt sich Remarketing.

Wie das funktioniert? Du generierst den Facebook Pixel Code und integrierst ihn in deine Webseite, um deine Webseitenbesucher zu erfassen. Eine Anleitung findest du hier: Facebook Pixel & Custom Audience erstellen.

Nehmen wir mal an du erstellst eine Custom Audience für alle Besucher, die sich deine Perlenkette im Shop angesehen haben. Jetzt kannst du an genau diese Besucher eine Anzeige schalten mit entweder der Perlenkette oder passenden Ohrringen dazu. Oder du bewirbst ein Freebie an alle Webseitenbesucher usw. Deiner Phantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Der große Vorteil ist die hohe Wahrscheinlichkeit, dass das Produkt von Interesse für diese Person ist. Der Besucher kennt deine Webseite bereits und hat vielleicht schon eine Absicht zu kaufen. Er braucht nur noch den letzten Schupps.

2. Newsletter-Listen nutzen

Wie das Remarketing kann man auch die Custom Audiences dafür benutzen seine Newsletter-Abonnenten (oder auch Telefonnummer-Listen) zu erreichen. Man lädt quasi die komplette Liste bei Facebook hoch und kann dann diese Personen mit einem bestimmten Produkt erreichen.

Schickt man beispielsweise einen Newsletter zu einem Event kann man zusätzlich noch Werbeanzeigen schalten an alle Newsletter-Abonnenten, die sich auch auf Facebook befinden.

Achtung: Facebook beteuert zwar, dass diese Daten nicht missbraucht werden, aber hier wäre ich sehr vorsichtig. Im Grunde gibst du die Adressen an Dritte weiter…

3. Lookalike Audience erstellen

Lookalike heißt ähnlich aussehend. Und so funktioniert es: du erstellst eine Custom Audience, z.B. aus Webseitenbesuchern, Facebook ID’s oder Newsletter-Abonnenten. Diese Custom Audience hat bereits ein großes Interesse an dir. Im 2. Schritt kannst du nun eine Lookalike Audience aus dieser Custom Audience erstellen.

Facebook schaut sich dafür ganz genau deine Custom Audience an und ermittelt was diese Menschen gemeinsam haben. Facebook findet anschließend andere Profile, die dieselben Eigenschaften und Vorlieben haben und fügt sie der Lookalike Audience zu. Die Lookalike Audience hat also nicht unbedingt etwas von dir gehört, aber ihr gefällt möglicherweise dein Produkt auch. Sie kann VIEL größer sein als die Custom Audience und bietet demnach eine große Chance potenzielle – bisher unerreichte Kunden – zu erreichen.

Die Lookalike Audience erstellst du hier: www.facebook.com/ads/manager/audiences/manage gleich nach der Erstellung der Custom Audience, die du als Grundlage dafür verwenden willst.

4. Freunde der Fans ansprechen

Wohl eine der besten und einfachsten Möglichkeiten keine Fake Fans anzusprechen ist die Zielgruppenbestimmung „Freunde von Personen, denen deine Seite gefällt“.

freunde von personen denen deine Seite gefällt

Das trifft natürlich nur zu, wenn du auch bisher keine Fake Fans eingesammelt hast.

Der Nachteil dieser Zielgruppenbestimmung: die Freunde deiner Fans müssen ja nicht unbedingt dieselben Interessen haben.

Der Vorteil: Die Freunde sehen, dass einer ihrer Freunde bereits Fan deiner Seite sind und vertrauen deiner Seite dadurch schneller.

5. Werbeanzeigen nicht nur nach Interessen erstellen

Bei der Erstellung einer Facebook Werbeanzeige ist es wichtig nicht nur Interessen einzugeben, sondern auch weitere Merkmale einzuschränken. Verkaufst du Kleidung, könnte man meinen, dass „Einkaufen und Mode“ deine Zielgruppe erreicht. Schränkst du die Zielgruppe nicht noch weiter ein, wird sie in diesem Fall viel zu allgemein und viele werden die Anzeige nicht beachten, weil sie nicht zutreffen wird. Nutze eine der ersten 4 Wege oder grenze zumindest die Region (oder das Land) der Zielgruppe ein. Wie du gute Interessen für Werbeanzeigen findest, erfährst du u.a. hier.

Fazit:

Man kann bei der Erstellung von Werbeanzeigen viel falsch machen – vor allem ZU VIEL Geld ausgeben, wenn man es nicht richtig macht. Erreicht man dann noch die falschen Fans, so kann das eine Facebook-Seite unter Umständen sogar unbrauchbar machen. Wenn du noch unsicher bist oder auch Fragen zu dem Thema hast, schreib hier einen Kommentar oder besuche unsere Gruppe Kostenpflichtige Anzeigen auf Facebook schalten.

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25 Kommentare
  1. Jana says:

    Hallo, ich habe gerade auch das Problem das bei meiner Werbeanzeige viele arabische Profile Luken. Habe aber Deutschland eingegrenzt und auch die Zielgruppe: Mamas, Babys, Windeln.de etc. Was kann ich dagegen tun?

    Antworten
    • Heike says:

      Liebe Jana,
      zusätzlich zu den oben genannten Tipps kannst du in deiner Zielgruppe „Expats“ ausschließen. Außerdem solltest du nach guten Zielgruppen Ausschau halten.
      Versuche mal weniger generische Begriffe zu finden. Beispielsweise könntest du schauen, ob deine Zielgruppe Fan von einem Elternmagazin oder so ist.
      Liebe Grüße,
      Heike
      (Team Katrin Hill)

      Antworten
  2. Sanja Solomun says:

    Leider muss ich sagen, das es nicht so ganz stimmt, ich bekomme Likes gerade durch meine Werbeanzeigen, die absolut nicht von meiner Zielgruppe her kommen. Hauptsächlich Männer, ausländische Namen, auch arabische Namen.
    Und genau diese Tatsache hat mich dazu geführt, erstmal keine Werbeanzeigen mehr zu schalten! Denn wohl ist mir dabei nicht unbedingt, gelikte zu werden, als Frau, von Männern, die nicht wirklich Interesse an meinem Angebot haben können.

    Die ersten Male habe ich mir nicht viel dabei gedacht und mittlerweile ist es Standard, das meine Werbeanzeigen von falschen (für mich schon besorglichen) Interessenten, angeklickt werden, obwohl ich meine Zielgruppe sorgfältig auswähle!.
    Und ich muss sagen dadurch verliert Facebook für mich an Glaubwürdigkeit und ich habe viel in Facebook und mit Facebook gearbeitet und war all die Jahre begeistert.
    Doch diese Tatsache der merkwürdigen Likes, trotz echter Werbeanzeige, die bezahlt wird, finde ich nicht prickelnd.

    Antworten
  3. Eike says:

    Auch ich habe erstmals eine FB-Anzeige ausprobiert, um neue Gefällt mir-Angaben für meine Seite zu erhalten. Leider war die Ausspielung auf Lookalikes bisheriger Fans nicht möglich, vermutlich zu wenige Fans bisher im Topf (ca. 70). Dafür hab ich alle anderen Einstellungen wahrgenommen:

    – Stadt-Targeting: auf Hamburg +50 Kilometer
    – Sprache: Deutsch
    – Interessen: Marketing, Werbung, Suchmaschinenoptimierung, Blog, Content-Marketing, Hamburg, Selbstständigkeit, Startup-Unternehmen

    Ich finde, dass diese Einstellungen schon sehr präzise waren und dennoch bekomme ich bisher ausschließlich Likes von anscheinend ebendiesen Fake-Fans. Ich habe sämtliche Profile angesehen. Arabische Schrift, Wohnorte jenseits von Hamburg, ungepflegte Profile mit Beiträgen höchstens in Form von Titelbild- oder Profilbild-Änderungen… Das ist nicht meine Zielgruppe. Wenn ich mir die obigen Einstellungen ansehe, habe ich eher Leute im Kopf, die sich in der Gründerszene bewegen, Beiträge auf ihrer Timeline schreiben, halt einfach aktiv und in gewisser Hinsicht professionell sind…

    Was kann man dagegen tun? Mehr Einstellungsmöglichkeiten habe ich ja schlichtweg nicht.

    Antworten
    • Heike says:

      Hallo Eike,

      die Lookalike-Audience funktioniert noch nicht. Dazu benötigst du noch mehr Fans, da lagst du mit deiner Vermutung schon richtig. Prüfe doch bitte noch einmal Folgendes:
      – Bei der regionalen Eingrenzung solltest du Hamburg + 50 km und dann die Option “Personen, die in diesem Ort leben” wählen.
      – In deinen Seiteneinstellungen: Allgemein > Ländereinschränkungen: Wähle hier Deutschland (oder auch Schweiz, Österreich…) aus und klicke auf Speichern. So sicherst du dich ab, dass deine Seite nur in Deutschland (bzw. anderen Ländern, die du explizit angegeben hast) angezeigt wird.

      Viel Erfolg und liebe Grüße,
      Heike
      (Support katrinhill.com)

      Antworten
      • Jule says:

        Hallo Kathrin,

        eine Rückfrage zu Deinem zweiten Tipp: Aber ist es nicht so, dass man die Seite dann von extern, also ohne bei FB eingeloggt zu sein, nicht mehr aufrufen kann? Als wir unsere Seiten aufgebaut haben, wollten wir auch erst die Sichtbarkeit auf bestimmte Länder beschränken, haben das dann aber aus diesem Grund wieder rausgenommen.

        Antworten
        • Katrin
          Katrin says:

          Hallo Jule,
          du meinst das Retargeting von Newsletter-Abonnenten? Damit machst du ja die Seite nicht unsichtbar für andere, sondern zeigst die Werbung nur an deine Abonnenten. LG katrin

          Antworten
  4. H. Westermann says:

    Hallo, ich fand die Tipps auch gut und habe sie sofort umgesetzt. Es hat keinen deut geholfen, ist sogar noch schlimmer geworden. So macht Facebook-Werbung keinen Sinn mehr. Ich verstehe nicht, warum FB nichts unternimmt. Die haben doch den größten Schaden. Sie könnten ja damit anfangen, dass sie überhaupt ansprechbar wären. Die existieren doch nur als Geldempfänger. Oder gibt es eine Möglichkeit das Problem zu melden?

    Antworten
  5. Nadine says:

    Ich hoffe natürlich das man nicht automatisch davon ausgeht das ein Fan mit arabischen Schriftzeichen oder asiatischen Schriftzeichen im Namen automatisch ein Fake Fan ist… gerade wenn man selber sie NICHT gekauft hat, sind sie genau wie jeder mit deutschem Namen auf euer Seite aufmerksam geworden und sie gefällt ihnen hält. Ich habe auf mehr Fanseite Fans aus Ghana und auch Asien (je einen und kenne beide persönlich) weil ich internationale Kontakte über meiner anderer Hobbys habe .. und die Bekannten natürlich dann auch liken und derren Freunde das ja den auch sehen… gut 90% meiner Fans sind aus Deutschland und entsprechen der Zielgruppe (ich achte da bei der Werbung bei Facebook auch darauf diese Leute anzuziehen)…. aber ich bin immer wieder erstaunt über aus anderen Länder kommen… aber mein Shop hat auch viele Besucher aus dem Iran… (an 3. Stelle hinter den USA und Deutschland) ..da wundere ich mich auch immer wieder drüber… aber gut ist ja klar wenn denen das im Shop gefällt, das dann auch ein Like auf meiner Fanseite ankommt ist da ja nur schön…

    Asiaten z.b. sind auch nicht so verstockt was lieken angeht und die liken viel freier als wir… nur weil ihnen z.B. ein Bild gefällt auch wenn sie kein Wort vom Text verstehen…

    Also klar : Werbung in Richtung potenzieller Kunde Schalten..
    Aber auch alle anderen Willkommen heißten… (nach Tschechien z.B. habe ich schon gut verkauft .. Kontakte über andere Hobbys) ..ggf. entstehen da auch neue Zielgruppen… neue Märkte!

    Antworten
    • Katrin
      Katrin says:

      Hallo Nadine,
      du hast völlig recht, wenn du sagst dass man nicht alle über einen Kamm scheren soll. Jedoch ist es einfach so, dass die meisten dieser Fans nur Klickfarmen sind. Sie mogeln sich ein, um ihre verkauften Likes zu verschleiern. Das ist leider Fakt. Man erkennt die Profile sehr einfach und kann sehen, ob es sich hier um eine echte Person handelt oder nicht.

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  6. Alexander Deboir says:

    Tolle Tipps 🙂 und super beschrieben.

    Ich habe auch neulich erst den Weg über eine Lookalike Custom Audience eingerichtet und vergleiche da stets auch die Kosten der Gefällt mir Angaben.
    Diese haben sich nun bei ca. 12 cent eingependelt. Bei meiner Kunstseite hab ich festgestellt, cass von vornherein die Fans zu 80% weiblich sind. Also hab ich eine 2. Anzeige erstellt, Geschlecht auf weiblich gestellt und bei Interesse Dinge eingetragen wie Tattoodesign etc.

    Jetzt kommen quasi nur Personen auf die Seite, die sich auch tatsächlich für die Stilrichtung interessieren.
    Aber ohne Werbung ist es wirklich recht schwer, Aufmerksamkeit auf sich zu lenken und bin da noch am herumprobieren…wie ich eine große Fanbase wie Toni Mahfud aufbauen kann…aber da bin ich noch Jahre davon entfernt 😀

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  7. Daniela says:

    Liebe Katrin,

    ein …. ausdrückliches … wertschätzendes DANKE … hin zu dir, für die viele Information, die du weiterreichst … und die GEDULD die du immerwieder in der FacebookGruppe zeigst.

    DANKE von mir … hin zu dir … auch stellvertretend für all jene, die *manchmal* darauf vergessen, welch WERT du gibst.

    Von Herzen
    Daniela

    Antworten
  8. Joachim Alberti says:

    Hallo Katrin,
    vielen Dank für die Tipps. Als (so ziemlicher) Neuling ist man mit facebook nämlich erst mal so ziemlich überfordert… Ich finde deine Beiträge fachlich gut, gut aufbereitet und gut mit anderen relevanten Inhalten verknüpft, weiter so! (gilt auch für deine Videos!)
    Gruß
    Joachim

    Antworten

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