Sandra's Kochblog Interview

Flop oder Top – Was funktioniert auf Facebook – Interview mit Sandra’s Kochblog

Katrin Hill: Liebe geht durch den Magen. Dein Kochblog ist mit über 6.000 Fans sehr gefragt. Wie bist du auf die Idee gekommen und wann war das?
Sandra: Die Idee zum Kochblog ist in einer „Nacht- und Nebelaktion“ entstanden. Ich gehörte schon immer zu den Leuten, die ihre Facebook Community auf meinem privaten Profil mit diversen Fotos meiner fertigen Gerichte entweder „begeistert“ oder „genervt“ hat.

Die Mehrzahl meiner Facebook Freunde hat sich aber in Form von sehr positiven Kommentaren an meinem Essen beteiligt.

Am 16. März 2014 habe ich mir dann überlegt das Ganze auf eine eigene Facebook Seite zu „verlagern“. Somit hatte ich dann zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Die einen waren meine Fotos los, und die anderen konnten mit auf meine Seite „umziehen“, die dann auch recht schnell ins Rollen kam…

Katrin Hill – online wachsen: In weniger als 1 Jahr hast du so viele Fans bekommen! Wie hast du das gemacht?
Sandra: Man weiß ja nicht immer so genau, woher die Fans so kommen. Ich habe aber schon festgesellt, dass manche meiner Beiträge gerne geteilt werden, was dann auch wieder neue Fans generiert. Welche Art von Beiträgen das sind, beantworte ich gleich. Ich habe auch schon mal den ein oder anderen Beitrag über Facebook beworben, in den Werbeeinstellungen kann man ja genau die Zielgruppe definieren, welche die Werbung dann erhält. Auch das hat einige neue Fans gebracht. Ist aber natürlich mit Kosten verbunden. Was super funktioniert, und den Tipp kann ich allen wirklich ans Herz legen, ist:

Seine Beiträge auch in Facebook Gruppen zu teilen, die sich mit dem Thema beschäftigen.

Ich zum Beispiel habe viele meiner Rezepte auch parallel in diversen Koch- und Backgruppen geteilt, in denen es auch erwünscht war. Natürlich habe ich dabei immer auf meine Facebook Seite verlinkt. Dazu habe ich einen netten Text geschrieben, der auch nicht nur wie eine „stupide“ Werbebotschaft rüberkommt.
Es gibt viele andere Koch- und Backseiten auf Facebook.Einige davon gefallen mir gut, einige davon sogar so gut, dass ich diese auf meiner Seite empfohlen habe.

Umgekehrt habe ich dann natürlich auch deren Empfehlung bekommen.

Ich würde sagen, das lohnt sich auf einen Schlag am meisten.

Ich sehe die anderen Seiten nicht als Konkurrenz, stattdessen bringen sie mir und meinen Fans auch einen Nutzen, wenn ich sie auf meiner Seite vorstelle. Und es funktioniert…

Es funktioniert deswegen, weil mir meine Fans „vertrauen“ und gerne meinen Empfehlungen folgen.

Für eine geschäftliche Seite, wo das Thema Konkurrenz vielleicht eine größere Rolle spielt, könnte ich mir aber auch vorstellen, dass man sich eine Seite sucht, die gut zu dem eigenen Business passt, aber eben nicht dasselbe anbietet. Zum Beispiel „Fotografie und Webseiten Ersteller“ oder „Friseur und Kosmetiker“, oder wie in meinem Fall „Kochblog und Backblog“. Dann kann man den Seitenbetreiber anschreiben, was er von einer Kooperation hält, das heißt von einer gegenseitigen Empfehlung. Somit leitet man seine Kunden/Fans nicht zur Konkurrenz, sondern zu etwas, von dem man vermutet, dass es sie auch interessieren könnte.

Zu guter Letzt überlege ich mir jeden Beitrag ganz genau und poste nicht wie wild durch die Gegend.

Weniger ist hier mehr. Stattdessen halte ich immer den Kontakt zu meinen Fans. Ich beantworte jeden Kommentar persönlich, das schafft auch eine gewisse Bindung. Denn ich möchte ehrliche Fans, die sich auch wirklich für meinen Blog interessieren.

Katrin Hill – online wachsen: Gewinnspiele kommen sehr gut an bei deinen Fans. Erzähle uns wie du die Gewinnspiele durchführst. Was funktioniert und was eher nicht?
Sandra: Ab und an biete ich auch Gewinnspiele auf meiner Seite. In der Regel nicht mit gesponserten Gewinnen, es soll ja keine Werbeveranstaltung werden. Ich möchte damit natürlich einerseits meinen Fans ein kleines Dankeschön überbringen für Ihre Treue, andererseits meine Reichweite dadurch erhöhen, aber natürlich auch einen persönlichen Nutzen daraus ziehen.

Deswegen verbinde ich meine Gewinnspiele meistens damit, dass ich meine Fans zum Beispiel zu einer Umfrage aufrufe.

Anfang des Jahres habe ich eine Umfrage gestartet in Form eines Gewinnspieles. Ich habe meinen Fans mitgeteilt, was meine Pläne für meinen Blog für das Jahr 2015 sind, und habe sie aufgefordert zu kommentieren, was davon Ihnen gefällt und warum.
Viele haben mitgemacht und ich wusste danach genau, was meine Pläne für 2015 sind und welche dann auch voraussichtlich gut bei den Fans ankommen werden.
Ich nutze für das Gewinnspiel immer die Kommentarfunktion unter dem Beitrag und stelle klare Regeln auf wer mitmachen darf. Die Auslosung habe ich bislang immer „von Hand“ gemacht bzw. mit Hilfe des Rührers meiner Kitchenaid (Küchenmaschine). Ich habe für jeden der mitgemacht hat einen kleinen Zettel erstellt, in die Rührschüssel geworfen und alles weitere hat die Kitchenaid gemacht. Das habe ich auch schon mal gefilmt und den Gewinner am Ende eines kleinen Videos bekanntgegeben, ohne dessen Namen in den Beitrag zu schreiben. Spannung aufrecht halten 🙂

Im Gewinnspielpost selber fordere ich meine Fans auch immer auf, meinen Beitrag zu Teilen.

(Das ist allerdings kein Muss um Teilzunehmen, denn damit würde man auch gegen die Facebook Richtlinien verstoßen).

Katrin Hill – online wachsen: Wieviel Zeit verbringst du täglich auf Facebook, deinem Blog und bei der Vorbereitung für die Beiträge (kochen & backen)? Und wie oft postest du?
Sandra: Ich poste im Schnitt zweimal die Woche, gerne am Wochenende abends oder mal unter der Woche abends. Damit erreiche ich die meisten. Facebook macht es uns Seitenbetreibern ja nicht immer leicht, da die Sichtbarkeit der Beiträge ja schon mitunter stark eingeschränkt wird.
Wieviel Zeit ich auf Facebook verbringe steht und fällt natürlich mit der Reaktion der Fans, denn ich möchte jeden Kommentar und jede Frage beantworten.

Für einen Beitrag brauche ich im Schnitt 2 Stunden (inkl. Kochen/Backen und Fotografieren).

Es hängt hier natürlich davon ab wie aufwändig das Gericht ist und wie detailliert ich das Rezept einstelle. Alles in allem würde ich mal sagen, dass ich im Schnitt täglich bestimmt 1 Stunde mit meiner Seite gerne beschäftigt bin.

Katrin Hill – online wachsen: Wie schaffst du es, dass deine Beiträge so häufig geteilt werden? Welche Art von Beiträgen kommt bei den Fans besonders gut an?
Sandra: „Ganz einfach“ hört sich jetzt überheblich an. Aber ich sage trotzdem mal: „Ganz einfach“:

Ich fordere meine Fans konkret dazu auf, bzw. bitte sie meine Beiträge, wenn Sie gefallen, auch zu teilen.

Manchmal bedanke ich mich auch einfach so zwischendurch für die Aktivität meiner Fans. Ausserdem gibt es einfach Beiträge, die von sich aus einfach viel geteilt werden, manchmal wundere ich mich selber, welche das sind und welche nicht.

Manchmal verspürt man aber auch gewisse Trends denen man folgen kann.

z. B. Anfang des Jahres Gerichte zum Thema „gesunde Ernährung/Abnehmen“. Solche Beiträge werden dann gerne geteilt. Oder pünktlich zum Wochenende den leckeren Kuchen 🙂
Meine Beiträge sind in der Regel immer gleich aufgebaut: Ein ansprechendes Foto, eine nette, persönliche Ansprache, mit einem Interessewecker auf den Beitrag, und das Rezept mit so viel Text wie nötig und so wenig wie möglich. Klar und strukturiert aufgebaut, immer nach dem gleichen Schema.

Katrin Hill – online wachsen: 2015 ist noch ganz jung. Was hast du dir vorgenommen bis zum Ende des Jahres?
Sandra: Ich werde dieses Jahr noch ein Kochbuch erstellen, welches man dann als Buch bestellen kann. Das wünschen sich meine Fans (das hat die Auswertung meines Gewinnspieles Anfang des Jahres ergeben).

Außerdem beschäftige ich mich gedanklich schon länger mit dem Thema Videos auf youtube einzustellen.

Hierzu haben mir meine Fans allerdings gesagt, dass sie Videos gerne mögen, aber sie dürfen nicht zu lang sein. Das ist aber erst mein zweites Projekt, denn wenn man tolle Tutorials erstellen möchte, kostet das Drehen und Schneiden verdammt viel Zeit, ich muss mir noch überlegen ob ich die investieren kann. Der Blog ist immer noch mein Hobby und der Job geht klar vor. Aber ich habe das Thema noch nicht beiseite geschoben und verschaffe mir zur Zeit einiges an Informationen bzgl. Equipment etc.

Katrin Hill – online wachsen: Was ist auf Facebook flop, was ist top? Erzähle uns was du auf Facebook auf jeden Fall machen würdest und was einfach überhaupt nicht funktioniert?
Sandra: Fangen wir mal mit „Top“ an: „Top“ sind für mich interessante, gut überlegte Beiträge mit viel persönlicher Note.

„Top“ sind für mich schön anzusehende Seiten mit tollen Fotos und einem netten Design, das Auge „isst“ mit ;-).

„Top“ ist für mich der regelmäßige Kontakt mit meinen Fans und ihre Kommentare und Beiträge wertzuschätzen, also zu beantworten. Und der Spaß an der Sache. Wenn man den nicht hat, dann erreicht man die Fans auch nicht, denn das merken die schnell…
Was ist Flop, was funktioniert gar nicht? Ausprobieren kann man alles, das ist ja keine Schande. Ich kann nur sagen, was mich persönlich manchmal bei anderen Seiten nervt: ständiges Posten ohne Sinn und Zweck. Ich bin, wenn mir eine Seite gefällt, an dem Thema interessiert. Klar man ist auch neugierig, welche Person hinter der Seite steckt und freut sich auch über die ein oder andere persönliche Information. z. B. so wie Katrin das macht, nämlich eine eigene Beitragsreihe, die regelmäßig erscheint, in denen sie mehr von sich preisgibt und auch mehr von ihren Fans erfährt. Aber ich muss nicht (ich übertreibe jetzt mal extra) den ganzen Tagesablauf einer Person auf ihrer Facebook Seite mitbekommen, wo ich doch überwiegend an den eigentlich Inhalten interessiert bin.
Was auch gar nicht geht (habe ich auch schon gelesen), seine Fans in einem Post „anzumeckern“, nach dem Motto „Warum liked Ihr meine Beiträge so wenig“. So schafft man sich Feinde, aber keine Freunde…
Kurzum: Ich finde man sollte seine Facebook Seite nicht mit seiner persönlichen Pinnwand verwechseln. Das trifft den Nagel glaub ich auf den Kopf.

Sandra findest du hier:

Webseite: www.sandraskochblog.de
Facebook: www.facebook.com/sandraskochblog

Hast du Fragen an Sandra oder Anregungen? Dann freuen wir uns über deinen Kommentar!

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1 Antwort
  1. Sandra says:

    Liebe Katrin,
    Vielen Dank für das tolle Interview. Es hat mir sehr großen Spaß gemacht 🙂 Deine Fragen waren klasse!
    Dein neues Design sieht super aus 🙂
    Liebe Grüsse,
    Sandra

    Antworten

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